Stamm der Guaymie

Tourismus, Costa Rica, Unterkunft, Halbinsel Osa
Kinder beim Spielen

Ursprünglich besiedelten drei grosse indianische Volksgruppen die Urwälder in Mittelamerika. Nachweise menschlicher Besiedlungen wurden im Norden Costa Ricas auf der Halbinsel Nicoya gefunden und dürften etwa aus dem Jahr 9000 v. Chr. stammen. Nicht nur Fauna und Flora verbreitete sich über den Kontinent aus. Verschiedene Indianerstämme der beiden Subkontinente zogen ebenfalls durch die schmale Landverbindung und liessen sich teilweise dort nieder. So wurden in Costa Rica acht verschiedene Indianerstämme heimisch. 
Die Guaymie, ein Indianervolk, das seit Jahrtausenden in Panama und Costa Rica lebt, hatten keine Schriftsprache. Das Leben und die Erfahrung der Vorfahren wird statt mit Geschichtsbüchern, in Form von Mythen der nächsten Generation überliefert. Die neuere Geschichte der Guaymie wurde durch den Ausbau der transamerikanischen Strasse im Jahre 1964 stark beeinflusst. Viele weisse Siedler gelangten so in die von den Guaymie bewohnten Gegenden. Sie vertrieben die Guaymie aus den fruchtbaren Tälern in die Berge. Dass die Guaymie ihr Land immer wieder ohne Widerstand verliessen liegt daran, dass sie das Land nicht als Besitz, sondern als von Gott geliehen ansehen. Also streiten sie sich nicht darum, sondern ziehen einfach weiter. Endlich 1977 stellte eine staatliche Kommission 4 Guaymiegebiete unter gesetzlichen Schutz. In diesen Gebieten leben ca. 4500 Guaymie. Damit ihre Sprache nicht verloren geht, wird die Guaymiesprache heute auch in ihren Schulen gepflegt in Wort und Schrift. Mit Stolz tragen die Frauen und Mädchen auch jetzt noch die typischen Guaymiekleider, die sie in mühsamer Handarbeit selber nähen.
 In Costa Rica gibt es heute 22 Indianerreservate von verschiedenen Stämmen. Meistens sind die Reservate sehr abgelegen und nur selten mit dem Auto erreichbar. Die Gebiete liegen zum grössten Teil im Urwald und die Nahrungsbeschaffung ist mühsam. So auch bei uns auf der Halbinsel Osa. Im Reservat «Alto Laguna» leben ca. 150 Indianer.

Tamandua, Ecological tourism